
Am Freitag, den 28. Oktober um 19 Uhr lädt Religionsfrei im Revier zu einem Vortrag von André Sebastiani (Foto) im Kulturbahnhof Langendreer in Bochum ein. Das Thema ist der Titel seines im letzten Jahr in dritter Auflage erschienenen Buches: „Anthroposophie. Eine kurze Kritik“. Anthroposophische Einrichtungen, ob Waldorfschulen oder Demeter-Höfe, sind etablierter Bestandteil der Gesellschaft. Gleichwohl unterliegt ihre ideologische Grundlage, dargelegt in den zahlreichen Schriften Rudolf Steiners und seiner heutigen Anhänger, seit langem der Kritik.

André Sebastiani fasst die Kritikpunkte am anthroposophischen Lehrgebäude zusammen, untersucht ihren Einfluss auf die Politik und wirft einen Blick auf die sogenannten Praxisfelder, auf denen Anthroposophie sich gesellschaftlich niederschlägt: Pädagogik, Medizin und Landwirtschaft. Eine einflussreiche anthroposophische Einrichtung in Bochum ist die GLS Bank.
André Sebastiani lebt und arbeitet als Lehrer in Bremen. Er ist aktiv in der Skeptiker-Bewegung und der Förderung wissenschaftlich kritischen Denkens. Aktuell gehört er zu den Machern des SchlauLicht-Podcasts für Kinder (schlaulicht.info). Er hat sich in mehreren Veröffentlichungen kritisch mit der Waldorfpädagogik auseinandergesetzt.
Freitag, den 28. Oktober um 19 Uhr. Einlass 18.30 Uhr
Kulturbahnhof Langendreer, Studio 108, Wallbaumweg 108, Bochum. Wegbeschreibung
Eintritt frei, Spenden erwünscht
Hab gerade frisch meinen philosophischen Artikel hauptsächlich über christliche Wurzeln im babylonisch-astrologisch-traumdeutend-„schamanischen“ Heidentum geschrieben. Und, neben einer Entstehungskritik des Islam, so ziemlich am Schluss auch kurz die Entstehung von Steiners angebl. ausschließlich(?) „rechter“ Antroposophie angerissen:
…Asien
Hinduglaube entwickelte ein eigenständiges Götterbild. Seine Ursprünge wurzeln wohl im asiatisch/sibirischen Schamanismus. Ebenso beim tibetischen Buddhismus, dessen Weisheit allerdings nicht-göttlich offenbart ist. Auch diese beiden Weltanschauungen scheinen, über die vedische Astrologie, ein bisschen aus Babylon angereichert zu sein…
..Helena Blavatsky öffnete ab 1880 ihre anfangs rein esoterisch-westlich orientierte Theosophische Gesellschaft dann auch der indischen Mystik.
Rudolph Steiner, mystikliebende Fische-Sonne mit hoch-intuitivem Neptun-in-Fische- & Merkur- Verstand, war anfangs ebenfalls Mitglied der Theosophischen Gesellschaft. Er stieg an dem Punkt einer Öffnung nach Indien aber inhaltlich aus. Und gründete stattdessen etwas eigenwillig seine, noch christlich-esoterisch verwurzelte Anthroposophie. Dessen Gründung der biodynamischen Demeter-Landwirtschaft ja mit zu erneuertem Nach- bzw. Umdenken zu unseren Nahrungsgrundlagen mit beigetragen hat. Auch wenn manche Steiner vorwerfen, unter einem -damals- schon auch rechtem Zeitgeist ja ebenfalls mehr oder weniger konservativ, oder gar „rechts“ gewesen zu sein… (wie seit ca. 2011 unter dem Uranus-usw.-Zyklus in anderer Form heute weltweit ein bisschen?..erneut?) Und auch der eine oder andere Gedanken aus seiner anthroposophischen Medizin hatten mich 1994 als durchaus schulmedizinisch gut ausgebildeter Bundeswehrsanitäter noch ein bisschen „freier“ beruhigt und bereichert (anthroposophische Medizin-Bücher: Kindersprechstunde, Elternsprechstunde von Goebel & Glöckner, ca. 1990?). Als ebenso Anhänger einer (all zumeist) vernünftig handelnden Schulmedizin! Und ja, (m)ein Kind bekam fast alle Impfungen, 38,5° bis kurzzeitig auch 40° Fieber wurden allerdings nicht sofort chemisch runtergekühlt. Das Zwiebelsäckchen für’s Ohr höchstens kurz ausprobiert, dann aber doch schnell Antibiotika in der -in diesem Fall notwendigen- Klinik entschieden (die eher zufälligerweise eine anthroposophische war).