Warum es Religionsfrei im Revier gibt

Ein gutes Drittel der Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland ist inzwischen konfessionsfrei, Tendenz steigend. Über 50% der Bevölkerung in unserem Land glauben nicht oder nicht mehr an einen oder mehrere Götter, sind aber zum Teil aus Bequemlichkeit, aus gesellschaftlicher Verpflichtung oder aus beruflichen Gründen noch Mitglied einer Religionsgemeinschaft.

Ein großer Teil der gläubigen Menschen hat noch niemals seinen Glauben wirklich kritisch hinterfragt. Sie haben nach frühkindlicher Beeinflussung durch Eltern, Kirche, Kindergarten und Schule “Glauben” als einen notwendigen Teil ihres Lebens akzeptiert und sich, auch wegen der angedrohten göttlichen Strafen, nie getraut, dies aus einem objektiven Blickwinkel und nach logischen, verstandgesteuerten Gesichtspunkten zu überdenken.

Die Gruppe der fundamentalistisch denkenden Menschen, egal ob Christen, Muslime oder Mitglieder anderer Religionsgemeinschaften, wächst ebenfalls kontinuierlich. Sie streiten bewusst aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse ab und stützen sich in ihrem Weltverständnis auf zum Teil Jahrtausende alte “heilige“ Schriften.

Und was haben wir jetzt damit zu tun ?

In der Gruppe ‚Religionsfrei im Revier‘ haben sich Menschen aus dem Ruhrgebiet zusammengefunden, die religiöse Weltanschauungen kritisch hinterfragen und für eine religionsfreie, demokratische Gesellschaft eintreten.

Ein erklärtes Hauptziel von “Religionsfrei im Revier” ist die Öffentlichkeitsarbeit, die Schaffung einer „Lobby für Konfessionsfreie” und eines Raumes, der uns in dieser Gesellschaft ein von Religionen unbehelligtes Leben ermöglicht.

Wir nehmen für uns das Recht in Anspruch, jegliche religiöse, metaphysische und esoterische Beeinflussungen im öffentlichen Raum kritisch zu hinterfragen und klar Stellung dazu zu beziehen.

Daher fordern wir:

  • kein Einzug kirchlicher Mitgliedsbeiträge durch den Staat (Kirchensteuer)
  • keine staatlichen, finanziellen Zuwendungen an die Kirchen (unabhängig von der Kirchensteuer), wie z.B. Bischofsgehälter
  • keine kirchliche Mitgliederschulung (Religionsunterricht) an staatlichen Schulen
  • keine staatliche Subventionierung religiöser Bildungsstätten
  • Anpassung des Arbeitsrechts in kirchlichen Unternehmen an moderne Menschenrechtsvorstellungen (rechtsstaatliche Kontrolle)
  • keine kirchlichen Vertreter in Kontrollinstanzen (wie Rundfunkräten, Bundesprüfstellen, Schul-, Jugend- und Sozialausschüssen) und Einschränkung der klerikalen Präsenz in den öffentlich-rechtlichen Medien uvm.

Religion und Glaube sind nur tolerierbar, wenn niemand von ihnen bedrängt oder belästigt wird.

Wir fordern eine konsequente Trennung von Staat und Kirche und ein Eintreten für den weltanschaulich neutralen Staat (Laizismus).

Wir wollen aufklären und informieren, aber nicht missionieren; denn denken sollte jede*r selbst!

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Exit – Warum wir weniger Religion brauchen

Vor 100 Jahren wurde die Weimarer Reichsverfassung beschlossen, im August 1919 trat sie in Kraft. Darin wurden Kirche und Staat voneinander getrennt und der Einflussbereich der Religion politisch begrenzt. Die entsprechenden Bestimmungen wurden 1949 auch in das Grundgesetz aufgenommen. Dennoch wird die Trennung von Staat und Kirche bis zum heutigen Tag nicht konsequent vollzogen. Nach wie vor genießen Religionen erhebliche Privilegien, nach wie vor verletzt der Staat das in der Verfassung formulierte Neutralitätsgebot. Ein permanenter Verfassungsbruch, meint der Frankfurter Sachbuchautor HELMUT ORTNER, dessen Bücher in bislang 14 Sprachen übersetzt wurden.

In einer modernen, säkularen Demokratie, so ORTNER in seinem neuen Buch EXIT – Warum wir weniger Religion brauchen darf sich der Staat mit keiner bestimmten Religion identifizieren. Sein Fazit: Alle Bürger dürfen ihren Gott, auch ihre Götter haben – der Staat aber muss neutral und »gottlos« sein, denn nur dann kann er Religionsfreiheit auch garantieren.

Die Gruppe Religionsfrei im Revier, die eng mit der Giordano-Bruno-Stiftung  (gbs) und dem Internationalen Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) zusammenarbeitet, lädt ein zur

Lesung und Diskussion mit HELMUT ORTNER
am Dienstag, 3. Dezember 2019 Beginn: 19.00 Uhr (Eintritt frei)
in den Kulturbahnhof Bochum-Langendreer, Wallbaumweg 108, Raum 108.

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